Blockhaus bauen für nachhaltiges Wohnen

© Fotolia, vubaz, Nr. 137816831

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Blockhäuser (auch Schwedenhäuser genannt) werden in der Blockbauweise errichtet, bei der die Wände aus übereinanderliegenden, rohen oder bearbeiteten Baumstämmen bestehen. Diese Bautechnologie ist eine gute Alternative zur Stein-auf-Stein-Bauweise. Die Blockbauweise gehört zu den ältesten, traditionellsten Bauweisen und erlebt momentan eine Renaissance, denn: Häuser in Blockbauweise sind schnell errichtet und haben ihren ganz eigenen Charakter.

Darum sind Blockhäuser wieder so populär

Der größte Vorteil von Blockhäusern ist ihr schneller Aufbau. Das Blockhaus bietet zudem ein gutes Wohnklima, weil Holz mit seinen Filtereigenschaften verschiedene Gifte und auch unangenehme Gerüche aus der Luft absorbiert.

Auch die Gefahr von Staubaufwirbelung oder Schimmelbildung ist sehr gering, was den Wohnkomfort insbesondere für Allergiker deutlich verbessert. Holz als natürlicher Baustoff besitzt sehr gute Dämmeigenschaften und ermöglicht energieeffizientes Wohnen.

Konstruktion von Blockhäusern

Schwedenhäuser werden aus runden oder gehobelten Holzbalken hergestellt, die übereinander „gestapelt“ werden. Die hinausragenden Balken werden an den Ecken zusammengeklammert – man nennt dies eine Schwalbenschwanzverbindung. Die traditionelle Dacheindeckung bei den Blockhäusern sind Tonziegel, aber auch andere Materialien sind durchaus denkbar.

Gut zu wissen: Der natürliche Senkungsprozess eines Holzhauses dauert bis zu 5 Jahre. Der Balkenanteil sinkt normalerweise um ca. 3-4 % pro Höhenmeter, was Sie unbedingt bei der Planung von Fenstern und Türen berücksichtigen sollten.

Passende Holzart finden

© Fotolia, Ivan, Nr. 218902609

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Bei der Wahl des Holzes für Ihr Blockhaus sollten Sie vor allem die Witterungsbeständigkeit, die Holzfarbe, das Nachdunkeln, die Maserung, die Herkunft des Holzes und die Investitionskosten berücksichtigen.

Beim Bau von Blockhäusern werden am häufigsten Nadelhölzer und vor allem Kieferholz verwendet, wobei sich auch Fichte, Tanne, Douglasie oder Lärche für den Blockhausbau eignen.

Innenausbau sorgfältig planen

Entgegen dem Anschein müssen Häuser aus Baumstämmen im Innenbereich nicht zwingend Holzelemente zeigen. Sie können die Stämme unter Gipskartonplatten verstecken und statt einer rustikalen Einrichtung ein modernes Erscheinungsbild mit Tapeten oder farbigen Wänden zaubern.

Auf der anderen Seite haben Sie beim Innenausbau keine 100 % Freiheit. Die wichtigste Einschränkung, die durch die Technologie des Blockhausbaus auferlegt wird, bezieht sich auf die Innenarbeiten an den Wänden des Gebäudes. Dies liegt daran, dass das Haus in den ersten zwei Jahren intensiv arbeitet und infolgedessen schwingt. Bei der Gestaltung des Innenraums müssen Sie deswegen auf einen sicheren Abstand zwischen der Decke, den Wänden und Möbel achten. Das gleiche bezieht sich auch auf die Treppenkonstruktion, die normalerweise im Boden nicht fest befestigt sein sollte.

Tipp: In einem Blockhaus sind Designer-Möbelstücke ein toller Augenschmaus. Nur handeln Sie dabei lieber getreu dem Motto „Weniger ist mehr“.

Elektroinstallationen im Holzhaus

Vielleicht machen Sie sich Sorgen wegen eines Kurzschlusses und infolgedessen eines Brandes? Müssen Sie aber nicht: Die Stromleitungen sind in gerippten Rohren verlegt, welche zwischen den Balken versteckt werden. Diese Maßnahme schützt die Holzoberfläche zusätzlich vor mechanischen Beschädigungen.

Gut zu wissen: Die 14 cm dicken Balken gelten als unbrennbar und können noch zusätzlich mit feuerhemmendem Imprägnierungsmittel überstrichen werden.

Blockhäuser sind in der Regel teurer als Massivhäuser

Obwohl der Bau eines Blockhauses relativ schnell vonstattengeht – meistens schneller als bei einem Massivhaus – reduziert das leider die Baukosten nicht. Sie zahlen meistens mehr für ein Holzhaus als für ein massives Haus mit der gleichen Wohnfläche, hauptsächlich wegen der Kosten eines erfahrenen Bauunternehmens, das sich auf diese Bautechnologie spezialisiert hat.

Und auch das Material schlägt zu Buche: Aus dem Ausland importiertes Holz ist in der Regel haltbarer als einheimische Holzarten, aber dafür auch teurer.

Achten Sie beim Bau Ihres Holzhauses auf die Verwendung von FSC-Holz: Das Siegel steht für „Forest Stewardship Council®“ und bestätigt, dass das Holz aus verantwortungsvoll bewirtschafteten Wäldern stammt. So tragen Sie zum nachhaltigen Hausbau bei und tun der Umwelt etwas Gutes!