Umweltfreundlich und nachhaltig bauen – mit Lehm

Lehm als Baustoff

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Lehm ist ein sehr alter Baustoff, welcher in Deutschland für eine relativ lange Zeit vergessen wurde. Momentan interessieren sich immer mehr Bauherren für dieses gesunde Baumaterial, denn es ermöglicht ein komplett schadstofffreies Bauen. Lehm ist für Allergiker eine sehr gute Wahl, weil er Feinstaub aus der Raumluft filtriert. Dabei haben Sie die Möglichkeit, Ihr Haus zu 100 % aus Lehm zu bauen oder nur in bestimmten Teilen. Lesen Sie mehr über die Eigenschaften und Baumöglichkeiten dieses vielseitigen Naturmaterials.

Lehmbau ist rechtlich geregelt

Verbindliche Normen für den Lehmbau gibt es seit 1971. Sie umfassen Begriffe, Anforderungen und Prüfverhalten für Lehmsteine, Lehmmauermörtel und Lehmputzmörtel. Diese DIN-Normen finden Anwendung sowohl im ökologischen Bauen als auch in der Denkmalsanierung.

Verwitterungsprodukt mit hervorragenden Bau-Eigenschaften

Lehm ist ein Naturprodukt und besteht aus Sand, Quarzmehl und Ton. Dank Zugabe von verschiedenen Mineralien und anderen Materialien wie Holz oder Stroh bekommt Lehm noch mehr Stabilität. Auch in punkto Brandschutz hat Lehm nahezu keine Konkurrenz, weil er nicht brennbar ist.

Lehm speichert Wärme

Lehm gehört zu den schweren Baustoffen, die Wärme speichern. Durch eine passende Sonnenenergienutzung lässt sich wiederum Energie einspeisen. Mit entsprechenden Zusatzstoffen wie Ziegelmehl überzeugt dieser Baustoff mit seinen sehr guten Dämmwerten für Wände und Decken.

Angenehmes Raumklima garantiert

Lehm hat die Fähigkeit, Feuchtigkeit zu speichern und diese wieder an die Umgebungsluft abzugeben. Das ist enorm gesund für die menschlichen Schleimhäute, die deswegen nicht so schnell austrocknen. Baustoffe aus Lehm sind ebenfalls schimmelresistent, was sich auf unser Wohlbefinden positiv auswirkt.

Lehm ist plastisch

Lehm erreicht seine Konsistenz durch die Trocknung an der Luft. Mit Zugabe von Wasser wird er aus diesem Grund wieder plastisch, was bessere Gestaltungsmöglichkeiten gewährleistet. Auf der anderen Seite bedeutet das aber, dass Lehm wasserlöslich ist und einen zuverlässigen Schutz vor Regen und Nässe erfordert.

Lehm ist umweltfreundlich

Lehm gilt seit jeher als ökologisch besonders wertvoll. Er wird weltweit fast nahezu regional und naturverträglich gewonnen oder fällt manchmal beim Erdaushub als Abfall an. Seine Herstellung zu einem hochwertigen Baustoff verlangt einen geringen Energieaufwand und belastet somit die Umwelt nicht.

Lehm im Hausbau

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Lehmbaustoffe – Vielfalt, die sich lohnt

Lehmbaustoffe gibt es in vielen Ausführungen, so dass Sie das ganze Haus aus Lehm bauen können. Stampflehm kommt bei Fußböden, tragenden und nicht tragenden Wänden zum Einsatz. Strohleichtlehm, Leichtlehm, Lehmschüttung, Lehmsteine und Lehmplatten eignen sich für Decken und Dach.

Im Trockenbau kommen Sie dagegen ohne Lehmsteine und Lehmbauplatten nicht aus: Aus Strohlehm, Leichtlehm und Lehmmörtel entsteht ein hochwertiger und besonders gesunder Lehmputz für Ihren Innenbereich.

Lehm und Holz – perfektes Duo

Lehm und Holz passen wie die Faust aufs Auge. Was Lehm nicht leisten kann, holt Holz nach. In einem modernen Lehmhaus sorgt Holz für die nötige Stabilität und beste Dämmung. Als Heizstoff kann Holz bei einem kombinierten Solar-Heiz-System beispielsweise mit einem Lehm-Grundofen eingesetzt werden. Der Lehm kommt dabei als Vorsatzschale und Füllmaterial für Innenwände, Außenwände und Decken in Frage.