Richtiger Putz für Ihre Wände – eine Übersicht

Putz Fassade

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Verputzte Außen- und Innenwände sind im modernen Hausbau schon seit Jahren sehr beliebt. Putz an Wänden sieht nicht nur schön aus, sondern er schützt die Wände auch vor Witterungseinflüssen und Verschmutzung. Fachmännisch verputze Wandoberflächen sorgen zudem für ein gesundes Raumklima und bilden eine perfekte Basis für die weitere Gestaltung. Verschiedene Putzarten eignen sich für verschiedene Situationen. Wir helfen Ihnen die richtige Wahl dabei zu treffen.

Innen- vs. Außenputz

Grundsätzlich unterteilt man den Putz in Außen- und Innenputz. Der Außenputz besteht aus einem Grund- und Oberputz. Beide müssen im Endeffekt eine Putzdicke von 20 mm aufweisen. Den Außenputz tragen Sie deswegen zweilagig auf. Er dient zur Fassadengestaltung und stellt einen erforderlichen Feuchteschutz des Mauerwerks dar. Er garantiert zudem die notwendige Wärmedämmung für die Gebäudehülle.

Der Innenputz dient in erster Line als Unterlage für Tapeten und Farbe und bietet einen zuverlässigen Schutz vor Durchfeuchtung im Innenraum. Viele Heimwerker schwören auf eine besonders leichte Verarbeitung von Rollputz. Sie bringen ihn – nicht wie gewöhnlich – mit einer Kelle an, sondern mit einer Rolle, wodurch Ihre Wand sofort eine dekorative Optik bekommt.

Kunstharzputz macht die Gebäudehülle widerstandsfähig

Kunstharzputze kommen vorwiegend im Außenbereich zum Einsatz. Sie werden aus organischen Bindemittel wie Kunstharz hergestellt, welches in Putzen als Dispersion enthalten ist. Sie zeichnen sich zudem durch große Elastizität aus, so dass sie sich den Verformungen des Untergrundes aufgrund der Hitze oder Temperaturschwankungen problemlos anpassen. Darüber hinaus haften Kunstharzputze auf unterschiedlichen Untergründen relativ gut und härten dabei schnell aus. Kunstharzputz wirkt zugleich wasserabweisend und nimmt fast keinen Wasserdampf auf.

Putz Innenraum

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Mineralische Putze im Indoor-Bereich

Mineralputz setzt sich aus Sand und mineralischen Bindemitteln wie Zement, Kalk, Gips, Lehm oder aus Mischungen dieser Stoffe zusammen. Er verbindet alle untereinander unter Zugabe von Wasser. Der größte Vorteil mineralischer Putze besteht darin, dass sie die Feuchtigkeit aufnehmen und wieder abgeben können. Dazu kommt noch, dass sie alkalisch und dadurch auf natürliche Weise unempfindlich gegen Schimmelbildung sind.

Zu den bekanntesten mineralischen Putzen gehören:

  • Kalkputze
  • Lehmputze
  • Gipsputze
  • Zementputze

Putzarten für spezielle Fälle

Neben Standard-Putzarten gibt es auch Spezialputze mit außergewöhnlichen Funktionen. Im Bereich der Sanierung wird z.B. ein so genannter Sperrputz verwendet. Er hat die Aufgabe, feuchte Wände von innen abzudichten und somit den Schimmelbefall zu reduzieren. Sperrputz ist dabei enorm wasserdruck- und frostbeständig und weist eine gute Haftbeständigkeit bei feuchtem Mauerwerk auf.

Für das Verputzen im Sockelbereich brauchen Sie einen speziellen Sockelputz auf Zementbasis, welcher für den Dauernassbereich oder für Wände im Erdreich bestens geeignet ist. Bei weicheren, aber beanspruchten Untergründen wie Porenbeton oder Leichtziegel können Sie stattdessen Sockelleicht-Putze wie Buntsteinputz anbringen.

Der Feuchtespeicherputz ist eine gute Lösung vor allem in Küchen und Badezimmern, weil sich dort viel Wasserdampf sammelt. Er fängt die Feuchtigkeit auf, speichert sie und gibt diese später wieder an die Umgebungsluft ab. Dadurch, dass Mikroben und Pilze keinen geeigneten Nährboden finden, beugen Sie der potenziellen Schimmelbildung vor.

Kratzputz ist ein mineralischer Edelputz mit einer offenen, natürlichen Struktur, wo die Körnung des Putzes mit bloßem Auge zu sehen ist. Beim Auftragen des Kratzputzes können Sie mit weiteren Korngrößen und Farben spielen, so dass Ihre Fassade einen einzigartigen, doch auffälligen „rauen“-Touch bekommt.

Dekorputze als Alternative zu Farbe und Tapete

Mit Dekorputzen haben Sie die Möglichkeit, Ihre Wand-Oberflächen einzigartig zu gestalten. Sie lassen sich auf Grundputz, Gipsplatten oder Betonflächen auftragen. Zur Wahl stehen Ihnen mineralische Edelputze, welche mit Wasser angerührt werden oder gebrauchsfertige Putze, die in Eimern in Form einer pastösen Masse erhältlich sind. Um eine bestimmte Optik zu erreichen, benötigen Sie unbedingt ein passendes Werkzeug wie Pinsel, Kelle, Bürste, Strukturrolle oder Kunststoffspachtel.

Tipp: Sehr interessant ist übrigens Reibeputz in Kombination mit einer Farblasur. Probieren Sie es einfach selber aus!