Warum Sicherheitsschuhe auch für den Heimwerker wichtig sind

Für jeden Arbeitsbereich gibt es auf die Gefahrenquellen abgestimmte Sicherheitsschuhe

Für jeden Arbeitsbereich gibt es auf die Gefahrenquellen abgestimmte Sicherheitsschuhe

Sicherheitsschuhe schützen den Fuß vor Verletzungen. Im Beruf sind sie für bestimmte Branchen vorgeschrieben. Für den Heimwerker sollten sie ebenso selbstverständlich sein. Neben den Schuhen ist die passende Arbeitskleidung für Heimwerker wichtig, denn beispielsweise kann lose Kleidung schnell eine Gefahrenquelle sein.

Im Beruf steht außer Frage, welche Schuhe es sein sollen

Im Arbeitsschutzgesetz ist klar geregelt, welche Sicherheitsausrüstung für welche Gefährdungsklasse notwendig ist. Im Baugewerbe, in der Industrie, bei der Feuerwehr und im Rettungsdienst, für Metzger und Köche. Natürlich wird sich der Hobbykoch fragen, warum er Sicherheitsschuhe tragen sollte und die Anschaffung eher nicht tätigen, doch bei vielen Heimwerkern stellt sich die Frage nach dem Nutzen nicht. Die Gefährdungen im Hobbykeller sind denen im Handwerk oder im Baugewerbe ziemlich ähnlich, entsprechend sollten Heimwerker auch Sicherheitsvorkehrungen treffen. Für Heimwerker gibt es weitere Tipps zur Unfallverhütung, die nicht nur die Schuhe berücksichtigen: Hobbybastler sollten den Umgang mit ihrem Werkzeug üben und ihren Arbeitsbereich in Ordnung halten. Das minimiert das Unfallrisiko enorm.

Mögliche Gefahrenquellen im Hobbykeller sind:

  • Quetschungen durch herabfallende Gegenstände
  • Anstoßen an Werkstücken oder Geräten u. Ä.
  • Hineintreten in spitze Gegenstände
  • Elektrische Gefahren
  • Chemische Gefahrenquellen wie Säuren, Öle, Kraftstoffe, Lösungsmittel oder Laugen
  • Thermische Gefahrenquellen durch Hitze oder Kälte

Welcher Schuh ist nun der richtige?

Die Sicherheitsschuhe sind in verschiedene Schutzklassen eingeteilt. Sie müssen unter anderem rutschfest und antistatisch sein. Außerdem ist eine Zehenschutzkappe aus Stahl vorgeschrieben. Sicherheitsschuhe sind für höhere Belastungen ausgelegt. Die integrierte Stahlkappe schützt vor Verletzungen durch einen herabfallenden Gegenstand, der bis zu 20 kg schwer sein und aus seiner Höhe von einem Meter herabfallen kann.

Die verschiedenen Schutzklassen

Sicherheitsschuhe sind in Sicherheitsklassen von S1 bis S5 eingeteilt. Folgende Merkmale müssen die Schuhe der verschiedenen Sicherheitsklassen aufweisen:

  • S1 geschlossener Fersenbereich, der gedämpft ist, antistatisch, kraftstoffbeständige Sohle, Schuhsohle aus Gummi oder Polyurethan, Obermaterial aus Leder
  • S2 alle Eigenschaften der Schutzklasse S1, mindestens 60 Minuten wasserundurchlässig
  • S3 alle Eigenschaften der Schutzklasse S2, durchtrittsichere Sohle, profilierte Laufsohle, kein Wasserdurchtritt
  • S4 alle Eigenschaften der Schutzklasse S2, Schuhe komplett aus vulkanisiertem Gummi oder aus Polymer
  • S5 alle Eigenschaften wie S4, durchtrittsichere Sohle

Zur Vertiefung für Interessierte: Im Contorion-Ratgeber für Arbeitsschutz gibt es eine Infografik, auf der übersichtlich dargestellt ist, welche Schutzklasse welche Merkmale aufweist und für welche Anwendungsgebiete sie geeignet sind.

Was bedeutet das für den Privatbereich?

Arbeiter 2

Heimwerker arbeiten eher selten mit solch schweren Maschinen, sollten sich aber dennoch immer ausreichend schützen.

Wer leichte Arbeiten in Haus, Garten oder Garage ausführt, sollte Schuhe der Stufe 1 tragen, um gegen die alltäglichen Gefahren beim Heimwerken gewappnet zu sein. Finden viele Arbeiten auf nassem Boden statt, empfiehlt sich die Verwendung von Schuhen der Sicherheitsstufe S2. Liegen im Arbeitsbereich regelmäßig Nägel oder andere spitze Gegenstände am Fußboden, sind Schuhe richtig, die mit einem entsprechenden Sohlenschutz ausgestattet sind. Heimwerker, die mit elektrischer Spannung in Kontakt kommen können, sollten Schuhe der Klasse S3 mit entsprechenden Zusatzeigenschaften wählen. Die Schuhe der Stufe S4 sind dann zu empfehlen, wenn viele Arbeiten im Wasser stehend erledigt werden müssen.

Fazit

Ausgebildete Handwerker lernen schon in der Ausbildung, wie wichtig Arbeitssicherheit ist. Viele Heimwerker unterschätzen die Gefahren, die beim Arbeiten am und ums Haus lauern. Um folgenschwere Verletzungen und Folgeschäden zu verhindern, sollten sich Heimwerker ebenso mit entsprechender Schutzausrüstung ausstatten. Dazu gehören neben den richtigen Schuhen ebenso

  • Handschuhe,
  • Schutzbrillen,
  • Atem- und Gehörschutz.

Die gesamte Ausrüstung kann der Heimwerker individuell auf die zu verrichtenden Arbeiten anpassen. Wer seine Schutzkleidung immer griffbereit hat, kommt gar nicht erst in Versuchung, ohne sie zu arbeiten.

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