Grundlage für jeden Bodenbelag schaffen: Estrich schwimmend verlegen

© Ingo Bartussek - Fotolia.com

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Mit Estrichen lassen sich Bodenoberflächen herstellen, die die Nutzbarkeit eines Raumes verbessern. Fachmännisch aufgetragener Estrich sorgt für gute Isolierwerte und beste Trittschalldämmung, außerdem gleicht er Unebenheiten im Boden aus. In unserem Beitrag erklären wir, wie man Estriche schwimmend verlegt.

Einsatzbereiche von Estrich

Je nach Art der Gebäudenutzung werden Estriche unterschiedlich eingesetzt und verlegt. Im Wohnungsbau sowie Objektbereich (Schulen, Bürogebäuden) setzt man am meisten auf schwimmende Estrichkonstruktion (auch als Estriche auf Dämmschicht bekannt); diese sind als unmittelbare Nutzschicht konzipiert.

In Montage-, Lager- und Produktionshallen werden Estriche (Verbund- und Heizestrich) auf Dämmschichten zur Wärmedämmung, ab und zu auch zur Schalldämmung aufgetragen. In Tiefgaragen benötigt man Zement- oder Bitumenemulsionsestriche sowie Gussasphalt-Estriche auf Trennschicht. Für Balkone und Terrassen eignen sich vor allem zementgebundene Estriche.

Zementestriche – beliebte Estrichart in Deutschland

Zementestriche sind in Deutschland am meisten verlegt – und das zu Recht. Sie sind nicht nur preisgünstig, sondern vor allem unterschiedlich einsetzbar. Wegen ihrer

  • guten Festigkeitswerte
  • Wasserbeständigkeit
  • einfachen Verarbeitung

können Sie sie sowohl im Innen- als auch im Außenbereich verlegen. Dazu kommt, dass sie sich ideal für eine Fußbodenheizung (auch unter Laminat oder Parkett) eignen. Der einzige Nachteil von Zementestrichen ist, dass sie erst nach ca. 30 Tagen belegreif sind.

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Estrich schwimmend verlegen

Die schwimmende Verlegung von Estrich empfiehlt sich überall dort, wo gute Wärmedämmung und Trittschallschutz gewünscht sind. Grundsätzlich können Sie jede Estrichart schwimmend auftragen. Schwimmender Estrich bietet zudem eine gute Wärmedämmung und einen ebenso guten Trittschallschutz. In der „DIN 18550 Teil 2: Estriche im Bauwesen, Estriche und Heizestriche auf Dämmschichten (schwimmende Estriche)“ können Sie sich mit den Herstellungsregeln von Estrichen vertraut machen.

Das brauchen Sie

Um den Estrich fachmännisch schwimmend zu verlegen, brauchen Sie folgendes Werkzeug:

  • Grundierung
  • Randdämmstreifen
  • PE-Folie
  • Estrich
  • Mineralwolle-Dämmstreifen
  • Schaufel
  • Stahlglätter
  • Abziehbrett
  • Kelle
  • Maurerquast
  • Reibebrett

So wird’s gemacht

Ganz wichtig bei dieser Verlegungsart ist, die Estrichschicht von allen Wänden, Säulen oder Heizungsrohren abzutrennen. Dafür werden Randdämmstreifen aufgebracht, so dass keine Schallübertragung zustande kommt. Diese Dämmplatten legen Sie in einer Stärke von z.B. 25 mm fugendicht aus. Über diese bringen Sie eine PE-Folie als Sperrschicht.

Jetzt können Sie die Estrichmasse vermischen und sie in einer Höhe von mind. 45 mm gleichmäßig auf den vorgesehenen Untergrund aufbringen. Ziehen Sie anschließend diese Fläche mit einem Brett und einer Wasserwaage von einer Seite kommend abschnittweise ab. Jetzt wird die Teilfläche mit dem Reibebrett geglättet. So arbeiteten Sie sich durch, bis die ganze Fläche fertig wird.

Schwimmender Estrich hat auch Nachteile

Wegen hoher statischer und dynamischer Belastungen unter der Estrichplatte kann es Probleme mit Rohrleitungen geben. Das führt im Endeffekt zu Rissen, Einsenkungen oder Durchbrüchen der Estrichschicht, wodurch sich der Estrich in einzelne Flächen zerteilt. Aus diesem Grund sollten Sie bei der Verlegung des schwimmenden Estrichs darauf achten, dass er keinen direkten Kontakt zu Rohrleitungen hat. Auch die Berührung mit den Wänden lässt sich mit einer Dehnungsfuge vermeiden.