So finden Heimwerker das richtige Schweißgerät

© motorradcbr4 - Fotolia.com

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Wer in der heimischen Werkstatt neben Holz auch Metalle bearbeiten möchte, braucht entsprechende Handwerkzeuge – und kommt über kurz oder lang an einem Schweißgerät nicht vorbei; für geübte Handwerker gehört es ohnehin zur perfekten Werkstatt.

Aufgrund der Produktvielfalt ist es jedoch nicht ganz einfach, das richtige Gerät für die eigenen Zwecke zu finden; wir haben Ihnen die wichtigsten Tipps und Infos für die Anschaffung eines Schweißgeräts zusammengestellt.

Überblick über die wichtigsten Schweißverfahren

Einfache, kleinere Schweißarbeiten sind keine Wissenschaft – mit etwas Übung im Heimwerken gelingen sie problemlos. Je nach Anwendungsgebiet und Material stehen Ihnen unterschiedliche Verfahrensweisen zur Verfügung:

  • Beim Autogenschweißen arbeiten Sie mit einer offenen Flamme und einem Schweißdraht, der als Zusatzwerkstoff dient.
  • Das Elektrodenschweißen erzeugt einen Lichtbogen zwischen dem Werkstück und der Elektrode; der Elektroden-Mantel erzeugt beim Schweißvorgang ein Schutzgas, das sich als Schlacke an der Schweißnaht ablagert.
  • Das Schutzgasschweißen zählt ebenfalls zu den Lichtbogenschweißverfahren. Statt der Elektrode benutzt man einen Brenner; der Schweißdraht wird automatisch durchgeschoben und das Schutzgas strömt auf die Schweißstelle. Damit können Sie auch dünne Bleche (> 1 mm) schweißen.

MAG, MIG und WIG – das verbirgt sich hinter den Abkürzungen

Beim Schweißen werden die Werkstückkanten erhitzt und zum Schmelzen gebracht. Ein Zusatzwerkstoff sorgt für eine unlösbare Verbindung. Je nach verwendetem Gas und Schweißmaterial unterscheidet man dabei zwischen drei Verfahrensweisen:

  • MAG (Metall-Aktivgas, CO² oder Argon)
  • MIG (Metall-Inertgas, Argon oder Helium)
  • WIG (Wolfram-Inertgas).

Die beiden letzteren Verfahren sind auch für das Schweißen von NE-Metallen wie Aluminium und Edelstahl geeignet. Mit einem guten Schutzgasschweißgerät können Sie sowohl MIG- als auch MAG-schweißen; hierzu brauchen Sie lediglich den Fülldraht und die Gasflasche zu tauschen.

Vorteile des WIG-Schweißens

Aufgrund der gezielten Wärmeabgabe erzielen geübte Schweißer die besten Nähte durch das WIG-Schweißen. Die nötige Hitze entsteht durch eine nicht abbrennende Diode aus Wolfram; dadurch können Sie alle schmelzbaren Metalle miteinander verbinden. Den Schweißdraht führen Sie jedoch nicht über eine Rolle, sondern in der Regel manuell zu.

Weil sich das Werkstück durch die Hitzeeinwirkung nur wenig verzieht, kommt das WIG-Schweißen auch im professionellen Rohrleitungs- und Apparatebau sowie in der chemischen Industrie zum Einsatz. Die Schweißgeräte sind jedoch in der Anschaffung teurer als MAG-/MIG-Geräte.

© Ingo Bartussek - Fotolia.com

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Kauftipps für Ihr Schweißgerät

Für die Verbindung von Stahl und Edelstahl ab einer Stärke von 2 Millimetern greift man meist auf einfache Elektrodenschweißgeräte zurück. Deren Schweißtransformatoren formen den Netzstrom um und erzeugen so einen Lichtbogen. Ein einfaches Elektrodenschweißgerät ist bereits ab ca. 50 Euro erhältlich. Professionelle WIG-Geräte mit Inverter-Technologie hingegen liegen im vierstelligen Preissegment – sind dafür aber auch deutlich leistungsfähiger.

Für welches Gerät Sie sich entscheiden, hängt von Ihrem jeweiligen Einsatzzweck ab; einige technische Daten sollten Sie jedoch in jedem Fall beachten:

Passender Leistungsbereich

Die Dicke der Dioden richtet sich nach der Stärke der Werkstücke. Für das Verschweißen dicker Werkstücke benötigen Sie starke Dioden – und einen entsprechend großen Schweißstrom. Ein Leistungsbereich von 120 Ampere sollte gegeben sein. Hochwertige Geräte erlauben eine stufenlose Einstellung des Stroms für eine exakte Anpassung an die Elektroden.

Ausreichende Betriebsspannung

Für dicke Metalle ist eine ausreichende Volt-Zahl notwendig. Idealerweise verfügt das Schweißgerät über zwei getrennte Netzleitungen und einen Adapter, mit dem Sie es wahlweise an Wechselstrom (230 V) oder Drehstrom (400 V) anschließen können. Damit erzeugen Sie die nötige Spannung für einen hohen Schweißstrom.

Möglichst kurze Einschaltdauer

Die Einschaltdauer (ED) bezeichnet die Prozentzahl der Zeit, in der Sie das Gerät während eines 10-Minuten-Intervalls benutzen können; 20 % bedeuten z.B., dass Sie nach zweiminütigem Betrieb 8 Minuten warten müssen, bis das Gerät wieder abgekühlt ist. Eine ED von 100 % ist meist nur bei reduziertem Strom möglich.

Tipp: Durch eine Gebläsekühlung des Trafos reduzieren Sie die Temperaturen, wodurch gleichzeitig die ED steigt! Die Nachrüstung ist zu einem vergleichsweise geringen Preis möglich.

Arbeitsschutz steht im Vordergrund

Auch Heimwerker benötigen beim Schweißen einen ausreichenden Schutz: Neben der Stromquelle stellen auch Verbrennungen eine ernstzunehmende Gefahr dar. Zu einer vollständigen Werkstatteinrichtung gehört deshalb die nötige Arbeitsausrüstung aus

  • Schweißmaske oder Schweißschild
  • Lederhandschuhen
  • Lederschürze,

damit Sie sich vor umherfliegenden, heißen Metallteilen schützen. Auch ein Feuerlöscher sollte unbedingt stets in Griffnähe sein!

Die BGHM (Berufsgenossenschaft Holz und Metall) stellt auf Ihrer Homepage umfangreiche Materialien zum Arbeitsschutz kostenlos bereit. Lesen Sie sich diese Informationen (gerade als Anfänger) bitte sorgfältig durch – denn Ihre Sicherheit hat beim Schweißen höchste Priorität!