Fundament selber machen – so steht Ihr Objekt sicher

465650865

Das Fundament ist mit dem Dach zusammen das wichtigste Element jedes Bauwerkes. Es trägt die Last des Gebäudes und schützt es gegen Frost. Nur auf „sicheren Füßen“ kann weiter gebaut werden. Handwerkliches Geschick, richtige Arbeitsschritte und Werkzeuge, sowie unsere Tipps helfen Ihnen, solide Fundamente richtig zu erstellen.

 

Fallstricke im Vorfeld vermeiden

Beim Erstellen eines Fundaments lauern auf Sie zahlreiche Stolpersteine. Um diese schon vor der eigentlichen Arbeit zu vermeiden, beachten Sie unsere Tipps:
Nur tragfähiger Boden garantiert ein stabiles Fundament. Zur Sicherheit machen Sie lieber ein Bodengutachten. Falls Sie den Beton selber anmischen, müssen Sie sich unbedingt an das richtige Rezept halten. Andernfalls können später Risse entstehen und Probleme mit der Tragfähigkeit auftreten. Ein normales Mischungsverhältnis ist 4 zu 1: 4 Teile Kies auf 1 Teil Zement. Das Wasser umfasst die Hälfte des Gewichts in kg wie der Zement. Eine ausreichende Betondeckung sorgt dafür, dass die Bewehrung im Beton nicht rostet und einen Brandschutz bildet. Eine sichere Betondeckung beträgt in der Regel zwischen 2,5 cm und 5 cm. Betreten Sie den Beton besonders an den ersten Tagen nicht. Er braucht etwa 28 Tage, bis er komplett ausgehärtet ist.

Den Fundamentplan unbedingt beachten

Dank eines Fundamentplans sichern Sie Ihr zukünftiges Objekt gegen rutschende sandige Böden, gegen Wasserläufe im Boden und gegen Erdrutsche ab. Sie dürfen das Fundament selber machen, aber nur in Abstimmung mit einem Statiker. Er fertigt den Fundamentplan unter Berücksichtigung örtlicher Gegebenheiten sowie des Bauplanes an. Dem Fundamentplan entnehmen Sie, wo die Bodenplatte des Baus anzusetzen ist, wie dick sie ist und ab welchem Punkt das eigentliche Fundament beginnt. Sobald Sie diese Informationen studiert haben, können Sie mit der Arbeit beginnen.

492798237

Entsprechendes Arbeitswerkzeug garantiert den Erfolg

Um das Fundament richtig herzustellen, benötigen Sie entsprechendes Werkzeug. Es besteht aus:

  • Schaufel und Spaten
  • Schubkarren und Baueimer
  • Betonmischer (falls kein Transportbeton verwendet wird)
  • Zollstock
  • Wasserwaage
  • Schnur
  • Richtscheit, Richtlatte
  • Hammer
  • Spaten
  • Schere
  • Maurerkelle
  • Handstampfer

Richtige Materialien im Einsatz

Sobald Sie mit dem notwendigen Werkzeug ausgestattet sind, können Sie Baumaterialien für Ihr Fundament besorgen. Das brauchen Sie:

  • Kies für die Sauberkeitsschicht
  • Stahl-Bewehrung laut Fundamentplan (falls eine Bewehrung geplant ist)
  • Beton (Transportbeton oder selbstgemischter Beton: Zement und Sand)
  • PE-Folie
  • Hartfaserstreifen
  • Nägel
  • Holzlatten
  • Abziehlatte
  • Schnüre
  • Pflöcke
  • Baustahlmatte
  • Schalbretter

504513725

Die Fläche des Fundaments vorbereiten

Markieren Sie die Fläche, auf der das Fundament stehen soll, mit einem Schnürgerüst, damit später die Länge und Höhe des Fundaments stimmt. Mit Schnüren und Pflöcken können Sie die Außenkanten für das Fundament abstecken und positionieren. Befestigen Sie die Schnüre an Schnurböcken und errichten Sie diese vorher circa zwei Meter über der Baugrube. In dieser Höhe werden keine Arbeiten vorgenommen. Rammen Sie an jeder Fundamentecke je drei etwa 1,5 Meter lange, zugespitzte Kanthölzer über Eck in den Boden und verbinden sie mit Latten zu Dreiecksböcken.

Den Frostschutz bei Aushubarbeiten berücksichtigen

Jedes frostsichere Fundament sollte mindestens 80 cm tief werden. Herrscht bei Ihnen eine strenge Witterung, kann es sogar notwendig sein, ein bisschen tiefer auszuheben (Sie können bei einem örtlichen Bauunternehmen nach einer entsprechenden Fundamenttiefe in Ihrer Region fragen). Auf diese Weise verhindert man, dass der fertige Beton wegen Temperaturunterschieden und Frost platzt. Haben Sie einen schön festen und lehmigen Boden, können Sie dann problemlos den Graben mit dem Spaten ausheben. Den Boden heben Sie laut Fundamentplan aus. Die Innenfläche des Grabens sollte etwa 50 bis 60 Zentimeter tief sein.

Absicherung gegen Wasser

Als nächstes bauen Sie eine etwa 15 cm dicke Kiesschicht ein. Verwenden Sie dafür ein ungewaschenes Kies-Sand-Gemisch. Diese Schicht verhindert, dass die Feuchtigkeit später aufsteigen kann.

509470113

Schalung bei sandigen Böden erstellen

Bei nicht stehenden Böden, wenn der Graben zusammenfällt, ist eine Schalung notwendig. Die Schalung umfasst den Beton, wenn er aushärtet. Fassen Sie die Fundamentränder mit Schalbrettern (für diesen Zweck eignet sich gut eine einfache OSB-Platte) oberhalb der Bodenkante ein. Stellen Sie die Schalung auf den vorher ausgehobenen, eingeebneten Boden. Die Bretter sollten die gleiche Höhe haben wie das fertige Fundament. Stützen Sie die Schalungsbretter mit Holzpflöcken ab und prüfen danach den Stand mit der Wasserwaage.

Bewehrung – wichtiger Schutz vor Rissbildungen

Für die Bewehrung nehmen Sie am besten Stahlmatten, die Sie im Eisenhandel erhalten können. Verteilen Sie die Matten über die gesamte Querschnittsfläche und schneiden diese falls nötig mit Hilfe eines Seitenschneiders zurecht. Treffen zwei Mattenstücke aufeinander, müssen Sie diese überlappend verlegen. Um die nötige Betondeckung zu erhalten, befestigen Sie Abstandshalter an der Bewehrung.

Beton einbringen

Betonieren Sie am besten an frostfreien Tagen. Füllen Sie den angemischten Beton bis an die Oberkante der Schalung gleichmäßig ein. Alle Hohlräume müssen ausgefüllt werden. Stechen Sie dann mit einer Schaufel in die Betonmasse ein – auf diese Weise verhindern Sie die Entstehung von Lufteinschlüssen. Verdichten Sie die Masse mit einem Handstampfer. Sie können sich für diesen Zweck auch einen professionellen Rüttler ausleihen.

Beton nivellieren

Ist der Beton etwas angezogen, sollten Sie insbesondere bei warmem Wetter die Oberfläche mit einer PE-Folie abdecken. Bei großer Hitze wässern Sie den fertigen Beton ein wenig. Arbeiten Sie sorgfältig, weil sowohl Nässe als auch übermäßige Hitze die Betonqualität beeinträchtigen können.Fundament selber machen – so steht Ihr Objekt sicher.

Bild 1: Thinkstock/IstockPhoto/Terry
Bild 2: Thinkstock/IstockPhoto/arinahabich
Bild 3: Thinkstock/IstockPhoto/arghmann
Bild 4: Thinkstock/IstockPhoto/fotonehru