Schimmel richtig bekämpfen– so wird man die Sporen los

178099303
Schimmelpilze in der Wohnung sind immer wieder ein Problem. Sie gefährden unsere Gesundheit und berauben uns des schönen Wohngefühls.Daher widmen wir uns in diesem Artikel dem Thema Schimmelbekämpfung, welche Werkzeuge man benötigt und welche Hausmittel es gibt. Natürlich dürfen auch die Schutzmaßnahmen nicht fehlen, denn Schimmel ist und bleibt ein echtes Risiko für die Gesundheit (auch beim Entfernen). In manchen Fällen muss man auf einen Profi zurückgreifen. Für die leichteren Fälle, unsere Tipps:

Wo tritt der Schimmel überall auf?

Schimmelpilze findet man häufig:

  • an kalten Außenwänden und dort, wo es Wärmebrücken gibt
  • hinter Schränken
  • in schlecht belüfteten Räumen
  • im Bad (erhöhtes Feuchtigkeitsrisiko – Fliesenfugen)
  • unter Dielen und Fußleisten
  • auf Teppichen und Matratzen
  • in undichten Flachdächern
  • in feuchten Kellerräumen

Vielfalt an Anti-Schimmel-Präparaten

Auf dem Markt gibt es verschiedene Mittel gegen Schimmel. Jeder findet etwas Entsprechendes für sich. Zur Verfügung stehen:

  • Schimmelsprays
  • Schimmelentferner
  • Anti-Schimmel-Farben und Farbzusätze
  • Schimmelstop-Putz
  • Hausmittel: Isopropylalkohol, Brennspiritus oder auch Wasserstoffperoxid-Lösung

Hausmittel gegen kleinen Schimmelbefall

Bei kleineren Schimmelflecken kann man ganz problemlos und erfolgreich Hausmittel verwenden. Sie befinden sich in jedem Haushalt und enthalten keine chemischen Inhaltsstoffe. Dazu gehören:

  • Essig
  • Essigessenz
  • Isopropylalkohol (70%-iger Alkohol)
  • Ethanol (>94% Alkoholgehalt)
  • Wasserstoffperoxid
  • Brennspiritus

Schimmel selber entfernen – Schutzmaßnahmen

Bevor Sie die betroffenen Stellen in Angriff nehmen, sollten Sie eine entsprechende Schutzkleidung anziehen. Diese besteht aus einem Einwegoverall, einer Atemschutzmaske Stufe 2 oder sogar besser 3, säurebeständigen Handschuhen und einer Schutzbrille. So eine Schutzkleidung ist in jedem Baumarkt erhältlich. Wenn Sie gegen Schimmel vorgehen, müssen Sie unbedingt alle betroffenen Stellen (z.B. Tapeten) entfernen und in einem Müllsack verschließen. Auch alle Textilien im Raum wie Vorhänge etc. müssen desinfizierend gereinigt werden. Falls Sie mit aggressiven Mitteln arbeiten, müssen Sie bei geöffnetem Fenster weiterkämpfen. Benutztes Werkzeug (wie Putzlappen) sowie schimmelige Reste sind nach der Anwendung sofort zu entsorgen.

Wichtig: Wenn der Schimmel größere Flächen umfasst – ist z.B. das Mauerwerk betroffen – sollten Sie die Schimmelbeseitigung in die Hände eines Fachmanns geben.

477948921Welchen Nutzen haben Schimmelpräparate aus dem Handel

Auf dem Markt finden Sie unterschiedliche Anti-Schimmel-Präparate. Das Schimmelspray ist das gängigste, weil es einfach auf schimmelige Stellen aufgesprüht wird. Moderne Anti-Schimmel-Farben sind frei von Ausdünstungen und schaden damit der Gesundheit der Bewohner nicht. Diese Farben enthalten auch keine organischen Partikel, die im Grunde genommen sehr oft selber ein Auslöser für einen Schimmelpilz ist. Bei stärkerem Befall ist man mit einer Schimmelfarbe besser dran. Es werden auch sogenannte Anti-Schimmel-Tapeten angeboten. Sie gelten als Kälte-Wärme-Brücke und sind mit den gleichen Grundlagen wie bei der Anti-Schimmel-Farbe verarbeitet. Hier gibt es eine kleine Isolationsschicht, welche das Absetzen von Kondenswasser reduziert. Man muss aber ganz vorsichtig dabei handeln – schon wenige Staubpartikel reichen aus, um wieder mit dem Schimmel kämpfen zu müssen. Anti-Schimmel-Putz (Schimmelstop-Putz) eignet sich besonders gut für Räume mit erhöhter Feuchtigkeit. Der Anti-Schimmel-Putz basiert auf einem hohen pH-Wert – 11 oder höher – und er bleibt auf Dauer erhalten. Der große pH-Wert begrenzt die Entstehung von Schimmelpilz. Er wird auf die vorher gründlich mit einem Schimmelentferner desinfizierte Wand mit einer Spachtel aufgetragen.

Richtiges Werkzeug ist wichtig

Je nachdem, wo Sie mit dem Schimmel zu tun haben, verwenden Sie folgende Ausrüstung:

  •  Spachtel
  • Farbrolle mit Flächenpinsel
  • Drahtbürste
  • Putzlappen
  • Schimmelschwämme

Schimmel im Bad vs. Schimmel in Wohnräumen

Das A und O bei der Schimmelbekämpfung ist ausreichendes und regelmäßiges Lüften sowie das richtige Beheizen und zwar überall. Im Bad sollte man besonders darauf achten, weil es dort erhöhtes Feuchtigkeitsrisiko gibt. Nach dem Duschen öffnen Sie die Duschabtrennung, breiten Sie den Duschvorhang zum Trocknen aus, spülen Sie die Silikonfugen, Fliesenfugen und Duschwand noch einmal ab. Vergessen Sie auch nicht die Wohnräume, insbesondere das Schlafzimmer. Im Schlafzimmer gilt:

  • keine Luftbefeuchter
  • keine Pflanzen und Aquarien
  • Bettdecken auslüften
  • stoßlüften
  • die Tür ins Schlafzimmer immer geschlossen lassen, sonst kondensiert die wärmere Raumluft
  • keine Möbel vor die Heizung und Außenwände stellen

478438379Der Schimmel kommt wieder

Sie lüften richtig und halten ihren Wohnbereich möglichst feuchtigkeitsfrei – der Schimmel kommt aber wieder. Sie müssen nicht unbedingt daran schuld sein. Es treten sehr oft Baumängel auf, die zur Schimmelbildung führen können. Potenzielle Ursachen:

  • undichte Silikonfugen
  • kalte Innenwände
  • Wärmebrücken
  • beschädigte Außenwände
  • undichte Regenrinnen
  • verrutsche Dachziegel

Bei größerem Schimmelbefall (ab einem halben Quadratmeter Größe) empfiehlt man die Hilfe vom Fachunternehmen. Auf diese Weise wird die Ursache der Schimmelbildung ergründet und fachlich beseitigt.

Fotos:

Bild1: Thinkstock/IstockPhotos/diepre
Bild2: Thinkstock/IstockPhotos/belchonok
Bild3: Thinkstock/IstockPhotos/Ma-Ke