Der Schlagbohrer: Arbeitsgerät für „echte Kerle“

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Bild: iStock,thinkstockphotos.de

Der Name des Schlagbohrers verrät recht anschaulich, was er vermag. Im Unterschied zur reinen Bohrmaschine führt dieser zusätzlich eine mechanische Schlagfunktion aus. Soll beispielsweise in Holz oder Rigips ein Loch gebohrt werden, ist die Schlagfunktion nicht erforderlich – und damit abschaltbar.

Für Beton oder Stein ist die vibrierende Schlagfunktion unverzichtbar beim Bohren. Inzwischen gibt es akkubetriebene Schlagbohrer. Doch dies sind in der Regel teure Profigeräte, die sich für den Heimwerker kaum lohnen.

Wie funktioniert der Schlagbohrer

Eine schräg verzahnte Metallscheibe auf der Antriebsachse erzeugt den Schlag der Maschine, indem sie gegen eine gleiche Scheibe dreht, die vor dem Lager angebracht ist. Durch die Drehbewegung der Welle werden die Scheiben bewegt, und wenn die Kanten der Zahnscheiben übereinander rutschen, bewegt sich die Maschine ruckartig nach hinten.

Im Grunde erzeugt der Nutzer des Schlagbohrers selbst den Schlag, indem er die Maschine festhält. Natürlich kann der Druck, den der Nutzer ausübt nicht allzu groß sein, daher arbeiten die Bohrmaschinen mit einer sehr hohen Schlagfrequenz. Dadurch entsteht der Eindruck einer Vibration, die in Zusammenarbeit mit der Bohrbewegung des Bohrers feste Materialien wie Natursteine und Beton bohren kann.

Der Vergleich zum Bohrhammer

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Der Schlagbohrer ist ein zuverlässiger Partner  für viele verschiedene Einsatzgebiete. Eine höhere Schlagenergie erzielt man nur mit einem Bohrhammer, der zum einen völlig anders arbeitet und zum anderen eine abschaltbare Bohrfunktion hat. Sofern es sich um einen hochwertigen “Jackhammer”  handelt. Allerdings ist dessen Gewicht sehr groß und längere Arbeiten werden anstrengend und mühsam.

Dafür wird mit einem Bohrhammer jede noch so festsitzende Fliese von der Wand gemeißelt. Mit einem Spachtelvorsatz eignet sich der Bohrhammer auch für leichtere Schabearbeiten. Beispielsweise Reste von Teppichböden oder der Kleber von Styroporplatten werden mit dem Schabeaufsatz leicht und sauber entfernt. Diese Arbeit ist mit der Schlagbohrmaschine nicht möglich, da sich die Drehbewegung des Bohrkopfes damit meist nicht abschalten lässt.

Lediglich die Schlagfunktion kann dabei abgeschaltet werden. Das ganze Gegenteil dazu ist dann der Akkubohrer, der nur Schrauben oder Bohren kann, dafür aber leichter ist.

Akkubohrer gegen Schlagbohrmaschine

Der Akkubohrer hat in den meisten Fällen längst nicht die Kraft, um ein großes Loch in eine Betonmauer zu bohren. Dafür ist er bei weicherem Material sehr viel flexibler und leichter. Während man bei der Nutzung des Schlagbohrers ständig an eine Stromquelle gebunden ist, kann der Akkubohrer oder Akkuschrauber überall auch im Außenbereich eingesetzt werden, solange der Akku durchhält.

Leistungsverlust durch ständiges Aufladen des Akkus

Werden Akkugeräte ständig geladen, vermindert sich die Leistung erheblich. Damit auch die Zeit, die man damit arbeiten kann. Bei guten hochwertigen Geräten dauert dieser Vorgang länger als bei extrem günstigen Akkugeräten, doch es passiert in jedem Fall – früher oder später. Akkugeräte sind zwar für Hobbyhandwerker entwickelt worden, doch genau für diese eignen sie sich wegen des Akkus weniger gut. Der Akku entlädt sich teilweise von allein. Wird die Maschine dann spontan gebraucht, muss man erst laden.

Sicherheitstipps für den Umgang mit dem Schlagbohrer

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Beim Bohren mit einer Bohrmaschine mit Schlag kann immer etwas abplatzen – und dann zielgenau ins Auge fliegen. Daher ist es wichtig eine Schutzbrille bei der Arbeit zu tragen. Wegen des Lärms ist ebenfalls ein Gehörschutz angebracht, vor allem wenn man länger arbeitet.

Generell ist bei derartigen Arbeiten das Tragen von Sicherheitsschuhen zu empfehlen. Auch wenn man meint, mit einer Bohrmaschine könnte man sich nicht verletzen, kann im Eifer des Gefechts doch immer etwas passieren.

Vor allem bei alten Häusern ist es schon vorgekommen, dass nicht nur der Inhalt des Bohrlochs herausfällt, sondern der ganze Ziegelstein. Wichtig ist neben der persönlichen Sicherheit auch der Bohrer. Schauen Sie sich diesen gut an und prüfen Sie, ob vielleicht bereits Risse darin vorhanden sind. Ein Bohrer, der während der Arbeit abbricht, kann zu einem Geschoss werden. Darum sollten Sie auf einen guten Bohrer Wert legen und diesen nicht aus der Resterampe mitbringen.

Welche Bohrmaschinen mit Schlag sind empfehlenswert?

Bei einer Liste der besten Geräte, die sowohl eine Schlagfunktion haben als auch bohren können, sind natürlich in erster Reihe die üblichen Verdächtigen. Die stärksten Bohrer, die am längsten halten, sind immer noch die Bohrmaschinen von Hilti oder auch Spit. Allerdings muss es für den Hobbybereich wirklich nicht sein, derartig viel Geld auszugeben. Diese Maschinen sind eher für den Profibereich entwickelt worden und da gehören sie auch hin.

  • Hilti
  • Spit
  • Metabo
  • Bosch

Modelle, die auch für Heimwerker gut geeignet sind:

Bosch kommt in beiden Listen vor, weil das Unternehmen für beide Bereiche gute Maschinen herstellt. Ob billig oder teuer, auch bei den sehr guten Herstellern kann es einmal ein Gerät geben, dass früh das Zeitliche segnet. Ebenso gibt es sogar bei den Lebensmitteldiscountern ab und an richtig gutes Werkzeug aus deren Eigenmarken.