Do it yourself Tipp: Fassadendämmung

mipan, iStock, Thinkstockphotos.de

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Die EnEV also die Energieeinsparverordnung ist schon zu einer Art Bibel für Hausbesitzer geworden. Doch auch ohne die staatliche Verordnung zum Energiesparen kann sich jeder Besitzer eines Einfamilienhauses leicht ausrechnen, wie hoch seine Einsparungen wären. Ein gut gedämmtes Haus, das die EnEV erreicht, spart so viel an Heizkosten ein, dass die Kosten für die Wärmedämmung innerhalb von wenigen Jahren wieder hereingespart sind. Wer ein wenig handwerkliches Geschick hat, kann eine Fassade mit Dämmplatten durchaus selbst in Eigenregie dämmen.

Wärmedämmverbund System – ein Vollwärmeschutz

Diese Dämmung kann bei fast jeder Fassadenart vom Hausbesitzer selbst angebracht werden. Wichtigste Voraussetzung dafür ist eine tragfähige, ebene und trockene Fassade. Dabei ist es egal, ob die Fassade aus Beton, Kalksandstein oder Ziegel besteht. Das dreischichtige Wärmedämmverbundsystem besteht in der Hauptsache aus den Platten für die Dämmung. Dies sind meistens Styropor- oder Hartschaumplatten mit einer Stärke von mindestens 14 Zentimetern. Die neue Wärmedämmung soll schließlich neben dem Einspareffekt trotzdem der EnEV genügen.

Material und Werkzeug für die Dämmmaßnahme

Die Materialien, die Sie einkaufen, müssen aufeinander abgestimmt sein. Daher ist es wichtig, wenn man ein bestimmtes Wärmeverbundsystem anbringen will, in dieser Produktreihe zu bleiben. Die falsche Grundierung kann sonst beispielsweise den Kleber für die Dämmplatten abstoßen. Ähnlich ist es mit dem Armierungskleber und der Putzgrundierung. Hat man diese Klippen aber umschifft, muss man lediglich noch sorgfältig und sauber arbeiten. Dies gilt in besonderem Maße an den Fensterausschnitten und den Übergängen.

Material:

  • Grundierung
  • Klebespachtel
  • Dämmplatten
  • Sockelprofile
  • Eckwinkel
  • Befestigungsdübel
  • Tellerdübel
  • Fertigmörtel
  • Füllschaum
  • Armierungsgewebe
  • Armierungskleber
  • Fugendichtband
  • Putzgrundierung
  • Putz

Erforderliche Werkzeuge:

  • Drahtbürste
  • Spachtel
  • Zahnkelle / Flächenspachtel
  • Rührquirl
  • Hammer
  • Säge
  • Quast
  • Maurerkübel
  • Maurerkelle
  • Gerüst und Leiter
  • Wasserwaage
  • Schlagbohrmaschine
  • Steinbohrer
  • Zollstock
  • Bleistift

Heizkosten einsparen leicht gemacht

Auch wenn die Dämmarbeiten für die Einsparung der Heizkosten eigentlich alle keinen hohen Schwierigkeitsfaktor haben, sollten Sie nicht auf einer Leiter herumbalancieren. Einige Unternehmen und Baumärkte verleihen Gerüste. Wer im Freundeskreis oder in der Nachbarschaft häufiger ein Gerüst nutzen will, der kann für wenig Geld ein Gerüst anschaffen. Dabei sollten Sie auf das TÜV-Zeichen achten. Bevor man anfängt, sollten alle Werkzeuge und Materialien bereitliegen, damit später keine Verzögerungen auftreten und der Kleber schon in der Wanne fest wird. Daher sollte man diese Arbeit nicht im Hochsommer durchführen. Ab einer gewissen Temperatur können Sie nicht so schnell arbeiten, wie dies notwendig wäre. Herbst und Frühjahr eignen sich besser für Wärmedämmmaßnahmen.

Vorarbeiten nicht vergessen

Wer die Wärmedämmplatten aufkleben will, muss in besonderem Maße auf die Haltbarkeit der alten Außenhülle achten. Alle losen Teile müssen abgeschlagen werden und die Oberfläche sollte trocken und sauber sein. Wer allerdings nur mit Tellerdübeln beispielsweise die Wärmedämmplatten anbringen möchte, muss hier nicht so genau sein. Der Außenputz darf allerdings keine hohlen Stellen aufweisen, da diese sich im Laufe der Zeit nach außen durcharbeiten können. Größere Risse und Löcher sollten Sie aber immer schon einige Tage vor der Anbringung der Wärmedämmung mit Mörtel verschließen.

  1. Falls erforderlich Grundierung nach Anweisung des Herstellers auftragen und trocknen lassen.
  2. Sockelprofile mit Wasserwaage oder einem Lasergerät exakt anbringen. Profile werden mit entsprechenden Dübeln angebracht. Dazu werden je nach System etwa drei Dübel pro Meter benötigt.
  3. Klebespachtel mit Rührquirl nach Herstellerangaben anrühren. Eventuelle Standzeit beachten, bevor mit der Verarbeitung begonnen werden kann.
  4. Die meisten Hersteller von Wärmeverbundsystemen empfehlen, den Kleber in einem etwa fünf Zentimeter breiten Wulst am Außenrand der Rückseite aufzutragen und in der Mitte noch einige Klebepunkte aufzutragen. Es sollten etwa 40 bis 50 Prozent der Plattenfläche mit Kleber bedeckt sein.
  5.  Die ersten Platten auf der Sockelleiste müssen mit besonderer Sorgfalt angeklebt werden. Dazu beginnt man an einer Hausecke. Die weiteren Platten werden im Versatz angeklebt. Dazu sollten die Fugen etwa 30 Zentimeter versetzt sein.
  6. Es dürfen keine Fugen an den Tür- oder Fensterecken angebracht werden, da dies später zu Rissen führen kann.
  7. Die meisten Platten werden zusätzlich mit Tellerdübeln befestigt. Dies darf aber erst nach dem vollständigen Austrocknen des Klebers geschehen. Daher wird empfohlen, diese Arbeit frühestens nach drei Tagen durchzuführen. Die Tellerdübel werden mit dem Hammer in vorgebohrte Löcher eingeschlagen.
  8. Die Anschlüsse an den Fenstern und Türen müssen mit Fugendichtband abgedichtet werden. Sorgfalt ist hier wieder ein Garant für das Gelingen der Dämmmaßnahme. Spalten zwischen den Wärmedämmplatten sollten mit dem gleichen Material verfüllt oder mit Bauschaum aufgefüllt werden.
  9. Der Armierungskleber wird nun nach Herstelleranweisung aufgetragen und mit dem Zahnspachtel durchgekämmt. In diese Masse drückt man das Armierungsgewebe mit dem Glätter ein. Es sollte an den Rändern immer etwa zehn Zentimeter überlappen. Überschüssigen Mörtel können Sie mit dem Glätter gleich wieder abnehmen.
  10. Eckschienen an den Gebäudekanten mit Armierungskleber anbringen und mit Armierungsgewebe überlappen lassen. Die ganze Armierungsschicht muss wieder etwa drei Tage trocknen. Das hängt natürlich auch von der Witterung ab.
  11. Nun kann der gewünschte Putz auf die neue Wärmedämmung aufgetragen werden. Wer den Sockel gesondert dämmen will, kann im Anschluss besondere Sockeldämmplatten anbringen und entsprechend der Anleitung weiterarbeiten.