Weinfass zum Designmöbelstück umbauen

Bild: iStockphoto,thinkstockphotos.de

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Der Geschichte nach wohnte der griechische Philosoph Diogenes in einer Tonne, auch Huckleberry Finn lebte laut seinem Erfinder Mark Twain in einer solchen, ebenso Urmels Freundin Wutz. Aber auch heute noch kann man aus einem alten Weinfass schöne Möbel bauen, um mit und vielleicht auch in ihnen zu wohnen. Quelle:http://www.welt.de

Nach einem ersten Leben als Baum und einem zweiten Leben als Weinfass können die alten Dauben und Deckel der Weinfässer noch weiter leben – als ungewöhnliche Möbel, die Sie selbst auch bauen können. In Mailand, auf der Salone Internazionale del Mobile, der Möbel- und Designmesse, wurden Möbel vorgestellt, die aus alten Weinfässern gebaut wurden. Dafür entwarfen rund 30 Designer aus dem alten Holz rustikale Möbel, wie Tische, Hocker, Bänke, Chaiselongues, Schaukeln und Liegen. Für diese Entwürfe gab es sogar eine Sonderausstellung: “Barrique”.

Ein solches neues Weinfass aus Eichenholz kostet das Weingut rund 3 000 Euro. In diesem wird der Wein gelagert, damit er in den Barriques, wie die Fässer auch genannt werden, reifen und mehr Aroma, Körper und Geschmack entwickeln kann. Doch nach drei bis fünf Jahren müssen die Fässer ausgetauscht werden und sind für das Weingut nicht mehr verwendbar. Doch das kostbare Holz ist noch völlig in Ordnung und wartet gewissermaßen auf sein nächstes Leben.

Dauben vom Fass entfernen

Wer aus einem alten Weinfass etwas bauen möchte, der muss dafür erst einmal die gebogenen Dauben von den Metallringen befreien, mit denen diese zusammen gehalten werden. Dann lassen sich die Dauben ganz einfach lösen. Keine Daube gleicht der anderen – deswegen ist die Bearbeitung eine kleine handwerkliche Herausforderung. Durch die gebogene Form ist die Anwendungsmöglichkeit zwar ein wenig eingeschränkt, gleichzeitig können so aber ganz raffinierte Möbelstücke entstehen.

Ein Hängesitz ist leicht gemacht

Für einen Hängesitz brauchen Sie die Dauben nur um neunzig Grad zu drehen und hintereinander zu legen. Bohren Sie jeweils zehn Zentimeter vom Rand entfernt ein Loch, durch welches Sie ein stabiles Hanfseil ziehen, welches mindestens so lang ist, dass es für die Sitztiefe und die Lehne reicht und noch genügend Seil übrig ist, um die Enden sicher zu verknoten. Zwischen zwei Dauben hält eine hölzerne Kugel die Dauben wie die Latten einer Bank ein wenig auf Abstand. Die leichte Rundung der Dauben ergibt eine sehr schöne Sitzform. Wenn Sie genügend Dauben aneinander gearbeitet haben, so dass die Länge für den Sitz und die Lehne gleichzeitig reicht, dann schließen Sie mit einer Holzkugel ab und verknoten das Hanfseil. Jetzt brauchen Sie nur noch an den vier Ecken des Sitzes jeweils ein Loch für die Halteseile zu bohren: Wie zwei Taschenhenkel sieht es zunächst aus, wenn Sie ein Seil vom Sitz bis zur Lehne führen, durch das Loch stecken und auf der Rückseite mit einer großen Holzkugel sichern. Zum Schluss knoten Sie noch zwei lange und dicke Seile an diese “Taschenhenkel”, etwa in der Höhe, wo Rückenlehne und Sitzfläche aneinander treffen. Mit diesen Seilen wird der Hängesitz anschließend an einem stabilen Deckenhaken befestigt. Wenn Sie noch ein farbiges Sitzkissen nähen und hineinlegen, können Sie gemütlich Platz nehmen und mit einem Glas Rotwein auf das edle Holz anstoßen.