Wie man selber eine Zwischendecke einzieht

Bild: Jupiterimages, © Getty Images

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Altbauten verfügen über ansprechende hohe Räume, doch wenn die Isolierung wie in den meisten Altbauten eher mangelhaft ist, sollte man diese Räume mit einer abgehängten Zwischendecke gut isolieren. Damit ist auch eventueller Lärm aus den Stockwerken darüber schnell abgestellt. Hat man eine Loftwohnung, in der die Deckenhöhe deutlich mehr als vier Meter beträgt, kann man sogar noch einen Raum gewinnen durch eine Zwischendecke. Man muss nicht die komplette Wohnung horizontal teilen, sondern es ist ausreichend, vielleicht ein Schlafzimmer einzubauen, oder oben Abstellraum für vielerlei Dinge zu schaffen.

Die Isolierung für die Zwischendecke

Geht es rein um die Isolierung einer Geschossdecke, muss man zunächst nachmessen, ob der Raum tatsächlich ausreichend hoch ist. Nach der Maßnahme sollten etwa 2,60 Meter Raumhöhe übrig bleiben. Ist die Raumhöhe nicht ausreichend, kann man Styroporplatten, die mit einem Dekor versehen sind, als Isolierung verwenden. Die sind zwar grad nicht übermäßig modern, dämmen aber die Decke durchaus zufriedenstellend und machen den Raum nicht zu niedrig. Hat man ausreichend Raumhöhe zur Verfügung, kann mit einem Lattengerüst und Isolierung eine richtige Zwischendecke eingezogen werden. Dazu werden Latten an die bisherige Raumdecke geschraubt. Man kann auch Metallprofile dafür verwenden. Soll die Raumhöhe stärker abgesenkt werden, kann man die Latten einfach aufdoppeln.

Ist über der Geschossdecke ein nicht isolierter Dachboden muss zusätzlich eine Dampfsperre angebracht werden, da sich sonst Kondenswasser innerhalb der Isolierung sammeln würde. Dieses würde Schimmel und Feuchte fördern. Auf der Packung für die jeweilige Dampfsperre ist eine Anleitung aufgedruckt, wie diese Sperre verarbeitet werden sollte. Die muss man unbedingt einhalten, um Schäden zu vermeiden. Die Isolierung muss die gleiche Stärke aufweisen, wie der Zwischenraum zwischen der neuen und der alten Zimmerdecke. Also bei einer doppelten Lattenstärke sollte die Isolierung dicker gewählt werden, um keine Kältebrücken entstehen zu lassen.

Rigips oder Holz für die Zimmerdecke

Die Frage, ob Holz oder Rigips (Gipskarton)  für die neue Raumdecke verwendet werden soll, ist weitestgehend eine Geschmacksfrage. Für beide Varianten benötigt man zunächst das besagte Lattengerüst unter der alten Decke. Auch die Werkzeugfrage ist bei beiden Zwischendecken ähnlich. Eine gute Stichsäge oder eine Handkreissäge erledigt die meiste Arbeit. Für die Rigipsdecke sind ein zuverlässiger Akkuschrauber und ein Teppichmesser notwendig, für die Holzdecke werden noch Hammer und Nägel benötigt, um die Klammern der einzelnen Bretter an die Latten zu nageln. Ein Zollstock ist für beide Varianten natürlich unerlässlich. Will man alleine arbeiten, ist eine sogenannte dritte Hand sehr hilfreich. Man sollte beim Kauf darauf achten, dass diese die entsprechende Höhe auch erreicht, denn die meisten günstigen Teleskopstangen sind nur etwa zwei Meter lang. Ebenfalls sehr nützlich ist eine Leiter, die sich in ein kleines Gerüst verwandeln lässt, so muss man nicht für jedes Brett die Leiter wieder umstellen.

Bei der mit Holz verkleideten Variante muss an der Wand eine Schattenfuge geschaffen werden. Dazu werden entlang der Wände ebenfalls Latten an der alten Decke angebracht und die angebrachten Bretter enden etwa zwei Zentimeter vor der Wand. Würde man die Bretter bis an die Wand reichen lassen, fängt die Decke später an, sich krumm und schief zu wellen, weil das Holz sich bei unterschiedlichen Temperaturen ausdehnt oder zusammenzieht. Die Rigipsdecke wird bis an die Raumwand herangeführt und später verspachtelt. Beim Rigips muss man beim Zuschneiden etwas aufpassen, um sich nicht extreme Spachtelarbeit zu machen. Nachdem man genau gemessen hat, legt man eine Latte auf den Rigips und zieht einen Bleistiftstrich an der Schnittstelle. Hilfreich ist es die Latte einfach mit Schnellschraubzwingen am Rigips zu befestigen, dann kann man ganz sicher mit dem Tapetenmesser die Platte einschneiden. Anschließend legt man die Latte auf die andere Seite unter die Platte und bricht die Rigipsplatte entlang der Schnittlinie durch.

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2 Kommentare to “Wie man selber eine Zwischendecke einzieht”

  1. Diese Beschreibung ist sehr genau, anschaulich und hilfreich, aber mir fehlt noch eines, nämlich, wo man am besten noch die Materialien und Werkzeuge einkaufen kann. Zum Glück habe ich das Werkzeug schon. Besonders gut finde ich auch, wie man den Lärmschutz berücksichtigt und wie man Schimmel oder Feuchtigkeit vermeiden kann.

  2. Durchaus ausführlicher Bericht, allerdings möchte ich anmerken, daß unter der Deckenfarbe in Altbauwohnungen häufig wunderschöne Stuckmalereien zu finden sind. Es lohnt sich durchaus, mit einem weichen Schwamm in einer Zimmerecke die Farbe abzuwaschen (Geduld und reichlich Wasser erforderlich). Eine derartige Zwischendecke nimmt häufig viel vom Flair einer Altbauwohnung. In vielen Wohnungen sicher durchführbar, aber vorher Alternativen erwägen. Gleiches gilt für den Einbau vermeintlich besserer Kunststofffenster und die Verwendung von Dispersionsfarbe – all das zusammen vernichtet das hervorragende Raumklima eines Altbaus.